eine Erinnerungsscheibe, des Bayerischen Sportschützenbundes zum 100. Alzgau-Jubiläum.
Pontifikalamt in der Pfarrkirche Traunreut mit Weihbischof Wolfgang Bischof – Großer Festabend zum Jubiläum
Traunreut. Sein hundertjähriges Bestehen feierte der Alzgau Trostberg mit einem großen Festabend im K1 in Traunreut. Vorausgegangen war ein feierliches Pontifikalamt in der Stadtpfarrkirche Zum Heiligsten Erlöser, das Weihbischof Wolfgang Bischof zelebrierte. Der Alzgau mit seinen 37 Mitgliedsvereinen und 4200 Mitgliedern hat seine Wurzeln und seinen Sitz zwar in Trostberg und wollte das Jubiläum auch groß in der Alzstadt feiern. Weil dort heuer jedoch kein Volksfest stattfand und deshalb kein Festzelt und auch kein ausreichend großer Veranstaltungssaal zur Verfügung stand, verlegte man die Jubiläumsfeier in die Nachbarstadt Traunreut, berichtete Gauschützenmeister Anton Hochreiter am Rande der Jubiläumsfeier.
Angeführt von der Stadtkapelle Traunreut führte der Kirchenzug zum Rathausplatz in die Pfarrkirche, die mit gut 300 Besuchern fast voll besetzt war. Nach den Kirchenbesuchern zogen die 29 Fahnenabordnungen unter den Klängen der Stadtkapelle ins Gotteshaus ein. Beiderseits der Sitzreihen flankierten die Fahnen der Vereine die Teilnehmer. Neben dem Altar plazierten sich die Fahnenabordnungen des Alzgaus mit ihrer Standarte und des Patengaus Chiemgau-Prien. Der Kirchenchor Traunwalchen und eine Bläsergruppe umrahmten die Messfeier musikalisch. Weihbischof Wolfgang Bischof schuf in seiner Festpredigt eine Verbindung zwischen dem Alzgau-Jubiläum und dem an diesem Wochenende gefeierten Kirchenpatrozinium. In den Mittelpunkt stellte er die Bedeutung der Gemeinschaft, die im Evangelium dieses Tages ebenso ein zentrales Thema ist wie bei der Arbeit der Schützenvereine.
Gegen Ende des Pontifikalamtes weihte Bischof ein mit Goldbrokat besticktes Erinnerungsband. Es wurde an die Gaustandarte geheftet und wird an diesen denkwürdigen Jubiläumstag erinnern. Gestiftet haben das Erinnerungsband Gauschützenmeister Anton Hochreiter und Thomas Miesgang aus Traunwalchen, der 2023 Landesschützenkönig wurde. Nach dem feierlichen Segen zogen die Gottesdienstbesucher zurück ins K1, wo der offizielle Teil der Jubiläumsfeier mit den Festreden der Ehrengäste in rekordverdächtig kurzer Zeit abgewickelt wurde.
in der Traunreuter Pfarrkirche die Weihe des Erinnerungsbandes vor,
das anschließend an die Standarte des Alzgaus geheftet wurde.
Nachdem die Stadtkapelle die Bayernhymne intoniert hatte, würdigte Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, die Verantwortlichen des Alzgaus und zollte den Schützen Respekt. Der Schützensport vereine Konzentration und Disziplin. Darüberhinaus verkörpern die Schützensportler mehr als andere das Heimatgefühl und die -verbundesheit sowie die Pflege von Tradition. „Wer seine Wurzeln kennt, kann in jede Richtung wachsen“ – mit diesen Worten würdigte auch Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid als Stellvertreter des Landrats die Schützen als Wahrer heimischer Kultur und Förderer des Miteinander. Das wisse der Landkreis sehr zu schätzen und stehe an der Seite der Vereine, welche die Tradition pflegen. Dabei bedeute Tradition nicht Stillstand. Tradition stehe nicht nur für das Bewahren des Althergebrachten, sondern auch für den Fortschritt.
Nächster Festredner war Landesschützenmeister Christian Kühn, Repräsentant von rund einer halben Million Schützen in106 Gauen von der Rhön bis ins Berchtesgadener Land. Stolz berichtete er, dass etwa ein Drittel der rund eineinhalb Millionen Mitglieder im Deutschen Schützenbund aus Bayern kommen. Und mit noch mehr Stolz verkündete er ganz aktuell die neusten Ergebnisse der derzeit in Kairo stattfindenden Weltmeisterschaft der Schützen: Maximilian Dallinger aus Freising gewann wenige Stunden bevor die Feier im K1 begann, bei der Weltmeisterschaft sensationell die Goldmedaille mit dem Luftgewehr. Das mit Maximilian Ulbrich aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und Daniel Bühlmeyer aus dem Kreis Unterallgäu besetzte deutsche Team konnte im Gewehr-Teamwettbewerb ebenso sensationell die Silbermedaille gewinnen.
Auch der Alzgau Trostberg, so betonte der Landesschützenmeister, könne auf hervorragende sportliche Leistungen blicken. Stellvertretend nannte er die Bogenschützen der FSG Tacherting, welche in der Bundesliga schießen. Kühn überreichte namens des Bayerischen Sportschützenbundes an Anton Hochreiter eine Erinnerungsscheibe des BSSB. Außerdem erinnerte er daran, dass auch der Dachverband der Schützen im Freistaat heuer ein Jubiläum feierte: Er wurde 75 Jahre alt.
Weitere Grußworte sprachen Bezirksschützenmeister Albert Reiner und Bernhard Brehmer, der Schützenmeister des Patengaus Chiemgau-Prien. Gauschützenmeister Anton Hochreiter machte es anschließend kurz, ohne auf die abwechslungsreiche und bewegende hundertjährige Geschichte des Alzgaus einzugehen. Dafür wurde anlässlich des Jubiläums die seit vielen Jahren angestrebte Gauchronik fertiggestellt, die an diesem Abend auf der Internetseite des Alzgaus freigeschaltet wurde. Klaus Oberkandler hat die Chronik zusammengestellt und berichtete den Festgästen, mit welchen Schwierigkeiten das verbunden war. Das Archiv des Alzgaus bestehe nämlich lediglich aus einem uralten Koffer, der prall gefüllt ist mit Schnellheftern, losen Blättern, Zeitungsausschnitten und Bildern. Einzig wirklich verwertbarer Inhalt sei das Protokollbuch von 1925, das bis in die 1950er Jahre der Gründervater des Alzgaus, Max Federhofer aus Trostberg, mustergültig geführt hat.
Nach der kurzen Vorstellung der Chronik, von der jeder Verein kostenlos ein gedrucktes Exemplar bekam, folgte der Einzug der rund 70 amtierenden Schützenkönige. Traditionell gab es für sie und ihre Schützenliesln einen Ehrentanz. Die Gauschützenkönige mussten an diesem Abend ihre Königsketten zurückgeben und sie wurden bei der Proklamation ihren Nachfolgern umgehängt. Über die Proklamation der neuen Könige werden wir in unserem Sportteil noch gesondert berichten. Dieser schloss sich der Gauball an, bei dem zu den fetzigen Klängen der Chiemgauer Band Last 5 jung und alt das Tanzbein schwangen.
für die rund 70 Schützenkönige aus den Mitgliedsvereinen,
zu dem jede Dame eine Rose überreicht bekommt.
Das bayerische Schützenmaskottchen namens Guschu spazierte am Abend mehrfach durch den Saal. Guschu hat seinen Ursprung ebenfalls im Alzgau. Gerlinde Geyer, Vizeweltmeisterin im Kleinkaliber-Liegendschießen, hat vor vielen Jahren den Namen Guschu (steht für Gut Schuss) vorgeschlagen und damit den Wettbewerb zur Namensgebung des bayerischen Schützenmaskottchens gewonnen.
